#1 Bonuspunkte – Der Hörspaziergang zum ESC | Staatsoper

Shownotes

Geh mit uns von der Wiener Staatsoper über den Heldenplatz und das Museumsquartier bis zum Café Savoy am Ende des Naschmarkts: In den nächsten rund 60 Minuten führen wir dich auf einem Streifzug durch die Wiener Innenstadt vorbei an unseren Hörstationen. Bei jeder Station erzählen dir aktuelle und ehemalige ESC-Teilnehmer:innen, Fans und Historiker persönliche Geschichten, Wissenswertes und Funfacts zum ESC. Jede Station ist einem speziellen Thema gewidmet wie den Fragen, wie sich Klassik und Pop verbinden lassen, oder, wie politisch der ESC eigentlich ist.

„Bonuspunkte – Der Hörspaziergang zum ESC“ ist ein Hörspaziergang der WZ, produziert von Inselmilieu Reportage.

Gesprächspartner:innen

  • Abor & Tynna (ESC-Teilnehmer:innen aus Österreich für Deutschland 2025 in Basel)
  • Cosmó (ESC-Teilnehmer für Österreich 2026 in Wien)
  • Kaleen (ESC-Teilnehmerin für Österreich 2024 in Malmö)
  • Nathan Trent (ESC-Teilnehmer für Österreich 2017 in Kiew)
  • Dutzi Ijsenhower (ESC-Fan und Drag Queen)
  • Florian Wagner (Historiker vom Haus der Geschichte Österreich)

Songs

  • JJ – Wasted Love
  • Eurovision – ARD/ORF/SRF
  • Recomposed by Max Richter Vivaldi's Four Seasons
  • Il Volo – Grande Amore
  • Abor & Tynna – Baller
  • Malena Ernman – La Voix
  • Tunetank/Pixabay – Intro-Jingle

Credits

Produktion WZ: Madeleine Geosits, Petra Tempfer, Friedrich Boecker

Produktion Inselmilieu Reportage: Julia Breitkopf und Jana Mack

Redaktionelle Leitung: Madeleine Geosits

Interviews und Recherche: Madeleine Geosits, Petra Tempfer, Friedrich Boecker, Julia Breitkopf und Jana Mack

Moderation und Social Media: Sandra Vučić

Storytelling: Julia Breitkopf und Jana Mack – Inselmilieu Reportage

Brand Management: Lena Jansa

Grafik: Katharina Wieser

Technische Umsetzung: Georg Zeglovits, Fabian Obermann (F5)

Chefredaktion WZ: Sebastian Pumberger

Transkript anzeigen

00:00:02: Bonuspunkte, der Hörspaziergang zum ESC.

00:00:20: Du stehst gerade direkt vor der Wiener Staatsoper – ein Haus das weltweit für Hochkultur steht.

00:00:27: Oper, Orchester die ganz großen Stimmen!

00:00:31: In derselben Stadt wird eines sehr größten Musikgewänzer Europas ausgetragen.

00:00:35: Der Eurovision Song Contest, Auf den ersten Blick passt das nicht zusammen.

00:00:42: Hier Verdi und Mozart, dort Glitzer-Pop und Pyrotechnik.

00:00:47: Aber haben die beiden Welten vielleicht doch mehr gemeinsam als wir denken?

00:00:59: Diesen Sound kennst du sicher!

00:01:01: Sogar die berühmte Eurovisions von Fahre –die wir alle im Ohr haben– stammt ursprünglich aus einem barockente Deum von Marc Antoine Chopinier.

00:01:10: Du merkst schon Die Oper.

00:01:11: unter ESC teilen sich quasi dieselbe DNA.

00:01:18: Schau hoch zu den großen Logia-Bögen Siehst du die Statue dort oben?

00:01:22: Sie stehen unter anderem für Heldentum und Tragik.

00:01:25: Genau das, was wir auch beim ESC suchen!

00:01:28: Heute nur eben mit Windmaschinen und Glitzer.

00:01:34: Jetzt schließt für einen Moment die Augen.

00:01:37: Stell dir vor, du sitzt da drinnen im Zuschauerraum.

00:01:40: Nehmen dir eine Frau im langen Abendkleid Auf der anderen Seite ein Mann in dunklen Anzug.

00:01:46: Ein Orchester beginnt zu spielen.

00:01:57: Geh jetzt vielleicht deine Runde um die Staatsoper Und lass die Oper auf dich wirken Während wir dir in den nächsten Minuten mehr darüber erzählen.

00:02:11: Große Stimmen, dramatische Gesten – das hat überraschen viel mit dem Eurovision Song Contest zu tun.

00:02:17: Florian Wagner vom Haus der Geschichte.

00:02:19: Österreich beobachtet diesen Mix aus Tradition und Pop schon lange.

00:02:23: Also so in den ersten Jahren, Jahrzehnten war der Song Conteste eigentlich von Publikum her sehr vergleichbar mit so einem Opernpublikum.

00:02:32: Es gab aber einen Dresscode, das waren meistens so ein Black Tile-Dresscode Männer eben in Anzügen oder Smoking, die Frauen in Abendkleidern.

00:02:41: auf der Bühne hat das sehr ähnlich ausgesehen.

00:02:43: Der Eurovision Song Contest wiegt heute wieder das Gegenteil von Opa.

00:02:47: aber wenn du genau hinhörst merkst du es gibt erstaunlich viele Parallelen.

00:02:52: eine liegt

00:02:53: auf der Hand.

00:03:04: TG hatte ja bevor den Song Contests gewonnen hat einer Staatsoper auch gesungen und hat in der Zauberflöte einen von den Drecknaben gespielt.

00:03:12: und quasi auch stimmlich gab es in der ESC-Geschichte immer wieder Menschen, die eigentlich ausbildungsmäßig aus dem Opernfach gekommen sind.

00:03:35: J.J.,

00:03:35: der für Österreich twenty-fünfundzwanzig den ESC gewonnen und ihn daher nach Wien geholt hat ist klassisch ausgebildeter Countertenor.

00:03:43: Er überzeugte mit Wasted Love einer dreiminütigen Popoper.

00:03:56: Nicht nur in der Staatsoper schlägt das Herz der Wiener Klassik.

00:03:59: Wenn die Wiener Philharmoniker ganz in der Nähe im Musikverein das Neujahrskonzert spielen, schaut die ganze Welt zu.

00:04:05: Genau wie beim ESC!

00:04:15: Auch das Finale des Songkontests ist ein globales TV-Ereignis – dass jedes Jahr rund onehundertsechzig Millionen Menschen vor die Bildschirme lockt.

00:04:24: Aber auch für die Stars von heute ist dieser Ort magisch.

00:04:28: Kaline, die Österreich-Zweitausendzwanzig in Malmöel vertreten hat, spaziert hier oft vorbei und schaut dann genauso wie du jetzt hoch zu dieser wunderschönen Fassade.

00:05:00: Dieses Gefühl, das Kalin beschreibt Diese Verbindung aus Geschichte und dem hier und jetzt.

00:05:07: Das ist es, was JJ so perfekt verkörpert!

00:05:10: Ein Countertenor der die Opernbühne verlässt um als Pop-Act den ESC-Signal Hause zu holen?

00:05:17: In Wien ist das kein Stilbruch sondern gelebte Tradition.

00:05:20: Nathan Trent – Der Österreich-Zwahltausendsehnten in Kiel vertreten hat sieht das genauso...

00:05:26: Ich finde halt alles voneinander auf und ich meine sobald Streicher drin sind ist es auch wieder irgendwo klassik Und ohne Klassik gibt es keine Popmusik.

00:05:35: Klassic ist auf das, was alles aufbaut.

00:05:37: Ich bin in der Klassice geboren und ich bin im Theater groß geworden zu wissen dass es auch heutzutage immer noch missbar ist und daraus neue Sachen entstehen können.

00:05:46: Für mich glaube ich, der Beweis, dass Musik auch immer existieren wird.

00:05:49: Auch Cosmo, der für österreicher MSC-Teil nimmt, lässt sich direkt von der Opernwelt inspirieren.

00:05:56: Für ihn geht es aber mehr als nur um die Musik Es geht um die Verwandlung.

00:06:00: Das

00:06:00: Allerste, was mir meine Gesangslehrerin beigebracht hat ist wie ich am besten zu einem Schauspieler werde weil ich finde Sängerinnen und Sänger sind auch gewissermaßen Schauspielerinnen und Schausspieler Und wenn ich in diese Rolle schlüpfe dann nehme ich ja auch die ganze Gesangstechnik mit.

00:06:17: bei Opernsängern und Opernsägern ist das natürlich noch präsenter weil sie auf der Bühne haben eine Rolle und das fand ich wahnsinnig inspirierend.

00:06:26: zum Mitnehmen

00:06:27: Cosmo ist da im bester Gesellschaft.

00:06:30: Immer wieder zieht es ausgebildete Opernsängerinnen ins Rampenlicht des Eurovision Song Contests und Europa liebt diese Pop-Oper Momente!

00:06:38: Erinnerst du dich an Ilvolo aus Italien, die beim ESC in den Vienern zum Beben brachten und direkt auf Platz drei gelandet sind?

00:06:57: Vielleicht ist Wien genau deshalb das perfekte Match für den ESC – eine Stadt, in der die Hochkultur und der Glitzer des Pops schon immer nebeneinander existiert haben….

00:07:07: So sind das auch die Wiener Drag Queen, Dutzi Eisenhower und der ESC-Statter Cosmo.

00:07:12: Wien ist eine sehr weltoffene Stadt, eine sehr gastfreundliche Stadt.

00:07:15: In den Wienern ist es eine sehr musikalische Stadt mit Mozart, Falco, einer Wienervalzer, die Philharmoniker... Wien hat musikalisch für alle was!

00:07:27: Und das schätzt sich halt sehr an dieser Stadt.

00:07:30: Ich meine, wie ein sprudelt von Musik.

00:07:33: Also vielleicht ist es eh so wie eine Urquelle an Musik und gewissermaßen möchte ich auch in dieser Urquelle zähren.

00:07:41: aber ich möchte halt nicht wenig anders kopieren sondern so meine eigene Welt ein bisschen kreieren.

00:07:46: Aber ich nehme da auf jeden Fall die Inspiration der Wiener Musik mit Und vor allem das Gefühl dass so die Wienern

00:07:54: Musik

00:07:56: ausdrücken kann.

00:08:00: Weißt du noch der Elektropopsong Baller?

00:08:06: Mit dem die beiden österreichischen Geschwister Arbor und Thünner für Deutschland angetreten sind.

00:08:12: Auch sie kommen aus der Klassik!

00:08:19: Wir haben auch klassische Instrumente gespielt, wir bauen das immer noch in unsere Musik ein... Ich bin sehr dafür dass man das irgendwie verbindet weil dann entsteht ja immer wieder Neues irgendwie.

00:08:37: Und trotzdem hört man oft beim ESC geht es doch gar nicht mehr um die Musik sondern nur noch um die Show.

00:08:44: Wenn du jetzt auf die Fassade der Staatsoper schaust, erkennst Du das Prinzip dahinter.

00:08:49: Dort drinnen wurde das Gesamtkunstwerk perfektioniert.

00:08:53: Eine Oper von Richard Wagner oder Giuseppe Verdi war nie nur für die Ohren gedacht Sie war immer ein Spektakel.

00:08:59: Die prunkvollen Kostüme Das aufwendige Bühnenbild Das Spiel mit dem Licht und die großen dramatischen Gesten der SängerInnen All das sollte das Publikum in eine andere Welt entführen.

00:09:10: Florian Wagner meint

00:09:12: Und die visuelle Ebene macht dass es um ganz viele andere Dinge auch geht, also es geht um Kostüme.

00:09:17: Es geht um Performance, es gibt Requisiten und es gibt ein Bühnenbild.

00:09:21: Und gerade wenn man sich diese frühen Songkontexte anschaut hat man da wirklich alle Zutaten die man in der Oper gehabt hatte.

00:09:26: Also damit gab's noch einen Orchester, einen Dirigenten später dann noch Dirigentinnen.

00:09:30: Kannst du dir vorstellen das bis Lange bevor Musik vom Band um Pyrrhus schaust den ESC-Dominierten, saßen in den Veranstaltungsseelen ganze Orchester und dirigenten Mittagstock.

00:09:44: Der ESC ist im Grunde die moderne Antwort auf die große Oper.

00:09:48: Die Songs sind drei Minuten lang und halten Europa in Atem.

00:09:51: Divina Drag Queen Duzzi Eisenhower liebt genau diesen Campfaktor – bei dem es auch mal ordentlich drüber sein darf!

00:10:02: Ich mag auch die schlechten Nummern, ich mag die albernen Nummern.

00:10:07: Ich mag wenn jemand komplett in weiß gekleidet ist... ...ich mag dass sie dann plötzlich Flügel tragen!

00:10:13: Also der ESC hat eben auch einen großen Campfaktor, der mir halt irgendwie sehr gefällt.

00:10:19: also ich mag diese Schauen und ich mag das Spektakel.

00:10:23: Wer also behauptet?

00:10:24: Die visuelle Ebene lenke von der Musik ab?

00:10:26: vergisst, dass Musik in Wien schon immer auch gesehen werden wollte.

00:10:31: Die Windmaschinen sind dabei nur die modernen Nachfolger der barocken Bühnenmechanik.

00:10:36: Die LED-Wände sind die digitalen Kulissen von heute, ob in der Oper oder in der Fanzone.

00:10:42: Wir wollen nicht nur hören wir wollen staunen.

00:10:52: So jetzt wird es Zeit für einen Locationwechsel Während du von der Oper in Richtung Burggarten gehst.

00:10:58: Denk mal kurz daran wer hier schon aller unterwegs war.

00:11:02: Hier wandelten schon Mozart und Strauss.

00:11:16: Merk selber immer, wenn man dann einfach nur spazieren geht ohne Musik oder mit Musik.

00:11:19: Es ist ein Unterschied und das finde ich total schön auch dass man als Menschen und anführungszeichen dieses Tool hat, dass man sich eigentlich immer sofort in eine andere Welt katapultieren kann.

00:11:42: Wir ziehen weiter in dem Burggarten und dann zur Hofburg.

00:11:45: Begleitet wirst du auf der Weg von Marlena Ernmann.

00:11:49: Sie hat es für Schweden gesungen Fun Fact.

00:11:52: Sie ist die Mutter von Klimaaktivistin Greta Thunberg.

00:11:56: Zwei tausendneunzehnt stand Greta-Thunberg übrigens selbst in der Hofburg, um beim Klimagipfel von Arnold Schwarzenegger zu sprechen.

00:12:03: Wir hören uns beim Kaiser Franz Josef

00:12:05: Denkmal.

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