#4 Bonuspunkte – Der Hörspaziergang zum ESC | Museumsquartier
Shownotes
Geh mit uns von der Wiener Staatsoper über den Heldenplatz und das Museumsquartier bis zum Café Savoy am Ende des Naschmarkts: In den nächsten rund 60 Minuten führen wir dich auf einem Streifzug durch die Wiener Innenstadt vorbei an unseren Hörstationen. Bei jeder Station erzählen dir aktuelle und ehemalige ESC-Teilnehmer:innen, Fans und Historiker persönliche Geschichten, Wissenswertes und Funfacts zum ESC. Jede Station ist einem speziellen Thema gewidmet wie den Fragen, wie sich Klassik und Pop verbinden lassen, oder, wie politisch der ESC eigentlich ist.
„Bonuspunkte – Der Hörspaziergang zum ESC“ ist ein Hörspaziergang der WZ, produziert von Inselmilieu Reportage.
Gesprächspartner:innen
- Abor & Tynna (ESC-Teilnehmer:innen aus Österreich für Deutschland 2025 in Basel)
- Cesár Sampson (ESC-Teilnehmer für Österreich 2018 in Lissabon)
- Cosmó (ESC-Teilnehmer für Österreich 2026 in Wien)
- Magdalena Schramek (Coach für International Sign beim ESC)
- Delil Yilmaz (Gebärdensprachdolmetscher)
- Peter Kraus (Stadtrat, Parteivorsitzender der Grünen Wien, Sprecher für Klima, Baukultur und Queerpolitik)
Songs
- Cesár Sampson – Nobody But You
- Abor & Tynna – Baller
- Cosmó – Tanzschein
- Tunetank/Pixabay – Intro-Jingle
Weiterführende Links
The 2015 Eurovision Song Contest in International Sign
Credits
Produktion WZ: Madeleine Geosits, Petra Tempfer, Friedrich Boecker
Produktion Inselmilieu Reportage: Julia Breitkopf und Jana Mack
Redaktionelle Leitung: Madeleine Geosits
Interviews und Recherche: Madeleine Geosits, Petra Tempfer, Friedrich Boecker, Julia Breitkopf und Jana Mack
Moderation und Social Media: Sandra Vučić
Storytelling: Julia Breitkopf und Jana Mack – Inselmilieu Reportage
Brand Management: Lena Jansa
Grafik: Katharina Wieser
Technische Umsetzung: Georg Zeglovits, Fabian Obermann (F5)
Chefredaktion WZ: Katharina Schmidt, Sebastian Pumberger
Lizenziert durch AKM und Austro Mechana
Transkript anzeigen
00:00:02: Du bist jetzt im Museumsquartier angekommen.
00:00:12: Ein Ort, an dem Kunst in allen Formen gefeiert wird.
00:00:16: Such dir einen Sitzplatz auf einer Bank oder einem NC.
00:00:20: Das sind die bunten Sitzmöbel, die hier überall verteilt sind.
00:00:24: Lehne dich zurück und lass den Blick schweifen!
00:00:27: Vor dir das Leopold-Museum Daneben die Kunsthalle und das markante Mumok.
00:00:33: Beobachte mal die Menschen um dich herum, wie sie auf den Endsies liegen – und dabei vielleicht Musik hören!
00:00:41: Hast du dir schon einmal überlegt, wie Musik eigentlich aussehen kann?
00:00:46: Beim Eurovision Song Contests ist sie nämlich längst nicht mehr nur ein Hörerlebnis.
00:00:50: Zwei Tausend Fünfzehn hat der ORF als erster öffentlich-rechtlicher Sender ESC-Auftritte in International Sign umgesetzt.
00:00:58: Seitdem werden die Songs nicht nur gesungen sondern auch gebärdet.
00:01:02: Lena ist Gebärdensprach-Dolmetscherin und Coach beim diesjährigen Songkontest.
00:01:09: Sie erklärt uns den Unterschied zwischen einfachem Dolmetschen und einer echten Performance.
00:01:14: Ja, hallo!
00:01:15: Mein Name ist Lena Ich bin Gehörlos Und ihr hört die Stimme vom Delil.
00:01:23: Das ist mein Gebärdensprach DOLMATCHER Deswegen eine männliche Stimme.
00:01:27: Wenn ich einen Song Mir heranziehe und mir die Lyrics hernehme, dann ist es beim Dolmetschen zum Beispiel so dass ich ja Wort für Wort hergehe und das für Wort für Worte in eine andere Sprache übertrage.
00:01:40: Aber die Idee hinter einer Performance ist eine künstlerische Eine wo der Song neu interpretiert wird aber natürlich das Original beibehalten wird aber eben für ein Gehörloses Publikum emotional aufbereitet wird.
00:01:55: In der gehörlosen Community hat sich eine eigene Performance Kultur entwickelt In der Rhythmus, Emotion, Tempo und Dynamik durch Körperbewegung und Energie vermittelt werden.
00:02:07: Damit Fans aus ganz Europa zuschauen können, nutzen die Performerinnen International Sign – eine grenzübergreifende Gebärdensprache.
00:02:15: Dabei kommen Techniken wie visual vernacular zum Einsatz.
00:02:19: Das ist eine visuelle gestische Art Kunst darzustellen!
00:02:23: Mit Mimic & Gestick werden sowohl Emotionen als auch Tempo- und Lyrics vermitteln.
00:02:28: Wir haben dir ein Video auf unserer Website verlinkt, damit du dir das ansehen kannst.
00:02:33: Wie bereitet man sich auf so einen Auftritt vor?
00:02:36: Wenn man die Melodie nicht hören kann...
00:02:38: Man schaut sich dementsprechend Videos an, holt sich alle visuellen Informationen die es zu dem Thema gibt.
00:02:45: Also das kann den Video sein, das können die Lyrics sein, dass können aber auch Texte über die politischen Hintergründe von einem Song um einfach mehr zu erfahren.
00:02:54: und dann geht es auch darum also die Musik auch spürbar zu machen zum Beispiel indem man mit Lautsprecher arbeitet.
00:03:01: diese berührt ja auch die Musik quasi über Vibration.
00:03:04: besser wahrnimmt Spüren, ist das ein schneller Song?
00:03:08: Könnte das eher einer sein mit ganz viel Bass oder wirkt es eher ruhig und konstant.
00:03:15: Und so entsteht dann ein Gefühl für eine mögliche Interpretation die dem Original natürlich ähnelt aber selbstverständlich eine andere
00:03:24: ist.".
00:03:24: Ein harter Beat wird zum Beispiel durch abgehackte Bewegungen dargestellt.
00:03:29: Eine sanfte Melodie durch fließende Bewegungen.
00:03:32: Ein guter Seineakt muss die Energie auf der Bühne spiegeln.
00:03:36: Die Künstlerinnen bekommen dafür sogar eine eigene Maske, Kostüme und ein abgestimmtes Bühnenbild.
00:03:42: Für Lena zählt am Ende nur die emotionale Wucht, die bei ihr ankommt.
00:03:47: Wenn ich eine Gänsehaut bekomme bei einer Performance, wenn mir die Tränen kommen oder wenn ich lache oder wenn mich irgendwie emotional so berührt werde von der Performance dass ich sage wow das hat mich gerade emotional echt berührt!
00:03:59: Der Text also die Wörter interessieren mich ja in dieser Form nicht sondern mir geht es um die Kunst dahinter die die Emotion, die bei mir ausgelöst wird.
00:04:07: Ich würde sagen das ist im Endeffekt so wie wenn Socialismus vorhörende, die einmal hören und zweimal hören und vielleicht den Inhalt nicht verstehen.
00:04:15: aber ein Gefühl entsteht bei der Musik, beim Rhythmus, dem Instrument, bei der Stimme wie auch immer.
00:04:21: Und dieses Gefühl auf das werde ich dann zählen und da muss sich nicht den Text davor kennen oder wissen wer dahinter ist sondern das was meine Augen wahrnehmen und das was in mir entsteht.
00:04:31: Diese
00:04:32: Art der Darstellung ist absolut individuell Genau wie im Club, wo jeder Mensch anders auf denselben Bass reagiert.
00:04:39: Ich glaube es gibt in der Kunst keine Grenzen wenn man Musik körperlich darstellen möchte das kann ja in Tanz übergehen oder in eine Performance übergehen in Impro und wenn ich in eine Disco hineingehe lebe ich sie auch nicht anders.
00:04:53: Ich sehe Menschen, die zur gleichen Musik hundertfach anders tanzen.
00:04:58: Da einer wackelt mit dem Kopf der andere mit der Hüfte und ich denke mir ist das die gleiche Musik oder hören die da was anderes?
00:05:02: Also ich glaube wenn Menschen spüren, spülen sie einfach unterschiedlich und ich finde gerade diese Freiheit und diesen freien Ausdruck in den Emotionen ob das jetzt ja die Hüfter ist oder der Nacken ist oder wie auch immer.
00:05:13: also da merke ich dass die Musik dann tatsächlich nur ein Impulsgeber ist für etwas anderes.
00:05:18: Lena und ihr Team wollen zeigen, dass bei Jerefreiheit nichts Nischiges ist.
00:05:22: Sondern uns alle angeht!
00:05:24: Es ist auf jeden Fall ein Impact klar und es ist gesellschaftlich einfach auch wichtig das auch gezeigt wird, dass neben Queerness, auch Defness und alles einfach seinen Platz haben soll und muss...
00:05:37: Der ESC ist eines der wenigen globalen Events, die Gebärdensprache auf so eine prominente Bühne hebt.
00:05:43: Österreichs ESC-Akt für.
00:05:45: es ist für den Jahr im Jahr.
00:05:46: Kosmo sieht darin den Kern der Veranstaltung.
00:05:50: Ich finde es halt schön, dass diese Menschen die so viele Hindernisse mit so vielen Hindernissen begegnet werden sehen das der ESC für alle ist.
00:06:02: Dass das eben eine Familie ist wo jeder willkommen geheißen wird und das find ich wunderschön.
00:06:09: Wie würdest du deinen liebsten ESC-Song darstellen?
00:06:14: Caesar Samson, Tünner von ABBA und Tünna sowie Cosmo haben bei ihren Songs ganz unterschiedliche Ansätze.
00:06:20: Also ich würde wahrscheinlich so... Sie wird einmal den Rhythmus klatschen Ich würde das Bewegungsgefühl vermitteln Das ist eben dieses Swingy Gospel Gefühl mit dem Two and Four Club.
00:06:34: Das ist auf jeden Fall sehr zentral für den Song.
00:06:37: Und dann würde ich ... Ich glaube, eure Freundin lässt sich ganz gut seilen.
00:06:44: Wo ich die Zeichensprache dafür nicht kenne.
00:06:45: Aber ich glaub, in a body but you I can hold and who Mit diesem Akzent auf dem Aufbiet Das kann man ganz gut lernen.
00:06:54: und auch für einen Gehörlosen
00:06:59: Der Move den ich immer mache wenn ich den Song sehe Also einfach so eine Pistole in der Hand Um im Wild umher...
00:07:06: Ballern.
00:07:10: Das würde ich beschreiben, baller.
00:07:11: aber jeder Song bei uns hat ein anderes Gefühl.
00:07:17: Aber ja Ich würde so auf jeden Fall wild umher tanzen und dabei vielleicht
00:07:23: weinen
00:07:29: Ein Gefühl von Hey du bist hier Willkommen So wie Du bist.
00:07:42: Also Tanzschein ist ja.
00:07:44: Die Story ist ja auch, dass es im Club... ...dass sich jeder so anziehen kann wie er oder sie möchte.
00:07:49: Dass jeder so tanzen kann, wie er und sie möchte.
00:07:53: Es ist einfach ein Aufruf dazu zu sein, wie man ist.
00:07:58: Tanzen ist für mich war früher etwas was ich eher in meinem Zimmer gemacht habe wenn keiner zugeschaut hat.
00:08:04: Und jetzt ist das für mich einfach eine Art von alles frei lassen, alles loslassen Alles vergessen.
00:08:13: Am liebsten mache ich es jetzt überall, nicht nur in meinem Zimmer.
00:08:16: Jetzt bist du dran!
00:08:18: Probier's aus!
00:08:19: Such dir einen Platz im Museumskartier mit ein bisschen Bewegungsfreiheit.
00:08:23: Gleich hörst Du einen ESC-Song.
00:08:26: Versuche das Lied zu verkörpern.
00:08:29: Worum gehts?
00:08:29: Ist es eine Liebesgeschichte oder etwas Ernstes?
00:08:32: Freude oder Drama?
00:08:34: Lasst Deiner Fantasie freien Lauf.
00:08:37: Blende den Text und die Menschen um dich herum aus.
00:08:39: Konzentriere Dich nur auf den Rhythmus und die Stimmung.
00:08:42: Nutze deine Schultern, deinen Oberkörper und deine Mimik.
00:09:57: Wenn
00:11:28: du bereit bist, ziehen wir weiter.
00:11:30: Unser nächster Halt ist der Nashmarkt.
00:11:33: Während du in Richtung Nashmarkt spazierst achte mal auf die Ampeln.
00:11:38: Vielleicht stehst du gerade an einer Kreuzung und wartest darauf dass es grün wird.
00:11:58: Die
00:12:00: Ampelperchen sind ja Fußgängerampeln zu sehen, wo man normalerweise nur sieht.
00:12:05: Grün, Mandel heißt Gehen, Rot, Mandell heißt Stehen.
00:12:09: und dann gibt es jetzt Neue.
00:12:12: Eine rote Fußgängerampel und eine grüne Fußgangerampel, wo zwei Menschen hand in Hand miteinander mit einem kleinen Herz über die Straße gehen.
00:12:21: Zunächst war das Ganze nur als temporäre Aktion für die ESC-Woche geplant.
00:12:25: Doch die Ampelperchen lösten einen weltweiten Hype aus.
00:12:29: Städte wie London und Madrid – und sogar Camberra in Australien kopierten die Idee.
00:12:34: Heute gibt es über einhundert dieser besonderen Ampeln in Wien!
00:12:37: Und sie sind weit mehr als nur ein nettes Fotomotiv.
00:12:41: Siehst du sie?
00:12:42: Auch an der großen Kreuzung zwischen Setzession und Naschmarkt leuchten sie dir den Weg.
00:12:47: Diese Ampeln fühlen dich direkt hinein in dem bekanntesten Markt Wiense.
00:12:52: Willkommen am Naschmarkt!
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