#5 Bonuspunkte – Der Hörspaziergang zum ESC | Naschmarkt
Shownotes
Geh mit uns von der Wiener Staatsoper über den Heldenplatz und das Museumsquartier bis zum Café Savoy am Ende des Naschmarkts: In den nächsten rund 60 Minuten führen wir dich auf einem Streifzug durch die Wiener Innenstadt vorbei an unseren Hörstationen. Bei jeder Station erzählen dir aktuelle und ehemalige ESC-Teilnehmer:innen, Fans und Historiker persönliche Geschichten, Wissenswertes und Funfacts zum ESC. Jede Station ist einem speziellen Thema gewidmet wie den Fragen, wie sich Klassik und Pop verbinden lassen, oder, wie politisch der ESC eigentlich ist.
„Bonuspunkte – Der Hörspaziergang zum ESC“ ist ein Hörspaziergang der WZ, produziert von Inselmilieu Reportage.
Gesprächspartner:innen
- Abor & Tynna (ESC-Teilnehmer:innen aus Österreich für Deutschland 2025 in Basel)
- Cosmó (ESC-Teilnehmer für Österreich 2026 in Wien)
- Nathan Trent (ESC-Teilnehmer für Österreich 2017 in Kiew)
- Alice Tumler (moderierte den ESC 2015 in Wien und den ESC-Vorentscheid 2026 in Wien)
- Dutzi Ijsenhower (ESC-Fan und Drag Queen)
- Peter Kraus (Stadtrat, Parteivorsitzender der Grünen Wien, Sprecher für Klima, Baukultur und Queerpolitik)
Songs
- Lelek – Andromeda
- Electric Fields – One Milkali (One Blood)
- Bendik Singers – It`s Just A Game
- Cosmó – Tanzschein
- Kristian Kostov – Beautiful Mess
- Sandra Kim – J'aime La Vie
- Tunetank/Pixabay – Intro-Jingle
Weiterführende Links
Was macht Schweden beim ESC so erfolgreich?
Credits
Produktion WZ: Madeleine Geosits, Petra Tempfer, Friedrich Boecker
Produktion Inselmilieu Reportage: Julia Breitkopf und Jana Mack
Redaktionelle Leitung: Madeleine Geosits
Interviews und Recherche: Madeleine Geosits, Petra Tempfer, Friedrich Boecker, Julia Breitkopf und Jana Mack
Moderation und Social Media: Sandra Vučić
Storytelling: Julia Breitkopf und Jana Mack – Inselmilieu Reportage
Brand Management: Lena Jansa
Grafik: Katharina Wieser
Technische Umsetzung: Georg Zeglovits, Fabian Obermann (F5)
Chefredaktion WZ: Katharina Schmidt, Sebastian Pumberger
Transkript anzeigen
00:00:02: Bonuspunkte, der Hörspaziergang zum ESC.
00:00:18: Gehen wir jetzt gemeinsam über den Nashmarkt!
00:00:21: Kannst du die Marktstände mit all den exotischen Früchten sehen?
00:00:26: Den Duft von frischen Fisch- und orientalischen Gewürzen riechen?
00:00:30: Geh jetzt ganz bewusst ein bisschen langsamer und hören noch genauer hin.
00:00:35: Was hörst du in all dem Treiben?
00:00:39: Vielleicht hörst Du TouristInnen oder VerkäuferInnen, vielleicht ein paar Wortfetzen auf Türkisch, Arabisch oder Englisch.
00:00:54: Nimm Dir Zeit während Du in den nächsten Minuten hier durchgehst!
00:00:59: Probier Dich durch die Stände, kauf Dir einen Snack oder lass Dich einfach nur treiben.
00:01:12: Genau wie beim ESC vereinen sich hier unterschiedlichste Nationen und Geschmäcker Am Naschmarktprallen melden aufeinander, die eigentlich grundverschieden sind.
00:01:22: Und trotzdem entsteht in diesem Gewusel ein gemeinsamer Rhythmus.
00:01:26: Für die Moderatorin Alice Thumler war der Songkontest schon als Kind genau das – Ein Fenster nach draußen!
00:01:37: Also Internet-Fernsehen, sie können ja... Sie haben mir zu allen Sprachen zugang.
00:01:40: Das gab es als ich klein war nicht und das war der einzige Moment im Jahr wo ich da so toll fand dass sich im Fernsehen Zugang zu diesen ganzen Ländern ganz leugend ganze Sprachen hatte Und ich fand es auch immer so toll.
00:01:52: eben gesagt Es war für mich das Tor zur Welt.
00:01:55: Und ich habe bis jetzt noch auf einer Musikkassette, hab' ich den Song Contest glaube ich, in deiner Art und Weise noch auswendig.
00:02:07: Also natürlich in meiner interpretierten Version von jeweiligen Landesprachen, aber ich kann die Lieder noch!
00:02:13: Also ja, Song Contests hat für mich immer eine sehr große Rolle
00:02:16: gespielt.".
00:02:17: Über die Jahre wurde beim Song Context bereits in neunundsiebzig verschiedenen Sprachen gesungen Und der Wettbewerb schlägt immer weitere Brücken.
00:02:25: So gab es ans andere Ende der Welt.
00:02:28: Australien wurde ursprünglich zum sechzigsten Jubiläum eingeladen, um eine symbolische Brücke nach Europa zu bauen – und sie sind geblieben!
00:02:37: In dem Jahr ist die Band Electric Fields mit einem Song an, der unter anderem in der Sprache Der Anangu, einem indigenen Volk in Australien gesungen wird.
00:03:01: Früher mussten die Ektz verpflichtend in ihrer Landessprache singen.
00:03:12: Ich finde es
00:03:26: extrem wichtig und ich find's extrem cool, dass es weiterhin Länder gibt die auf ihrer Sprache singen.
00:03:34: Ich würde fast, glaube ich noch mehr gern hören.
00:03:38: Dass die Vielfalt einfach repräsentiert ist, dass man sieht wie viel Musik aus sagen kann und dass man unbedingt jetzt auch die Sprache verstehen muss.
00:03:45: wirklich ich liebe Sprachen.
00:03:47: deswegen je mehr Sprachen es gibt desto besser desto unterschiedlicher desto bunter desto schöner.
00:03:55: ich spreche also deutsch- italienisch fließend also Muttersprache.
00:03:59: dann auch englisch spanisch französisch und portugiesisch lerne ich gerade.
00:04:07: Fun fact, die Bending Singers aus Norwegen haben in dem Song «It's just a game» sage und schreibe zwölf Sprachen untergebracht.
00:04:16: Von Englisch und Französisch über Hebräisch bis hin zu Finnish und Serbo-Kroatisch war alles dabei!
00:04:34: Die Zahlen sprechen eine klare Sprache.
00:04:36: Wer auf Englisch singt, gewinnt statistisch gesehen öfter.
00:04:40: Einfach weil die Botschaft fast überall verstanden wird – und trotzdem!
00:04:44: Die Momente, die uns wirklich unter die Haut gehen, passieren oft genau dann wenn Künstlerinnen in ihrer Muttersprache singen.
00:04:51: Für Thuna vom Duo Abo & Thuna ist Sprache allerdings viel mehr als ein Werkzeug für Erfolg.
00:04:57: Sprache ist ganz wichtig.
00:04:59: ich habe sehr viel Spaß an Sprache.
00:05:02: wir sind zwei Sprachlik aufgewachsen.
00:05:04: unsere Mutterssprache ist ungarisch Und ja, ich schreibe auch ein bisschen auf Ungerisch.
00:05:10: Ein bisschen auf Deutsch und wir haben ja auf Englisch begonnen.
00:05:13: Und jede Sprache hat seine eigene
00:05:16: Schönheit.".
00:05:17: Diese Freiheit macht den ESC zu einem Netzwerk in dem Talent mehr zählt als der Geburtsort.
00:05:23: Für Cosmo war genau dieses grenzenlose Gefühl der künstlerische Durchbruch.
00:05:29: Cosmo ist ja so entstanden dass sich eben Einflüsse aus drei verschiedenen Ländern habe und das hat mir gezeigt auch in der Musik so grenzenlos denken kann, über die Grenzer hinaus und für mich war das super wichtig.
00:05:43: Also dieser Zeitpunkt wo ich dann gecheckt habe okay ich muss mal alles einfach loslassen und über die Grenzen denken abdann finde ich hat es dann richtig gefugt mit der Musik.
00:05:54: Für Cosmo war der Wechsel zum Deutschen wie heimkommen?
00:05:58: Ich fühle mich super wohl in dieser Sprache.
00:06:02: Es gibt mir auch nochmal so ein Gefühl von zu Hause sein, in meiner Muttersprache zu singen auf Deutsch.
00:06:09: Von Minute eins an war es so als hätte ich in einem früheren Leben nur auf Deutsch gesungen und das hat sich wahnsinnig erfüllend angefühlt und finde ich sehr, sehr schön dass wir das jetzt auch international Europa anbieten können.
00:06:23: Lass ich
00:06:24: sie nicht
00:06:25: rein, haben Sie einen Tanzschein?
00:06:29: Das soll kein Witz sein.
00:06:35: Viele KünstlerInnen bringen heute mehrere kulturelle Hintergründe mit auf die Bühne.
00:06:40: Für Divina Drag Queen Duzzi Eisenhower ist die Flagge unter der sie singen aber zweitrangig.
00:06:45: Es ist immer so blöd zu sagen Aber da geht's für mich wenig um Länder.
00:06:48: es geht eigentlich um die Nummer es geht um den Song und das Gefühl Es geht um Gemeinsammusik hören und gemeinsam Spaß haben.
00:06:57: Natürlich gibt es den Wettbewerb, der ist im Hintergrund und alle kommen aus verschiedenen Ländern, aus verschiedenen Kulturen – aber sie kommen alle zu dieser selben Veranstaltung
00:07:08: zusammen.".
00:07:08: Duzzi bringt das auf dem Punkt!
00:07:10: Der harte Konkurrenzkampf ist für viele eigentlich Nebensache.
00:07:14: Was wirklich zählt, ist das gemeinsame Erlebnis.
00:07:18: ESC-Sänger und Moderator Cease Samson aus Österreich hat das hautnah erlebt.
00:07:24: Als Backgroundsänger und Mitproduzent war er zweimal an den ESC-Erfolgen vom Bulgarien beteiligt.
00:07:31: In dem Jahr ist
00:07:38: es
00:07:43: noch nicht so, dass die Kulturen in Bulgarien sehr früh mitgerissen sind.
00:07:55: Das war ein tolles Teil von diesem Team zu sein.
00:07:57: Bulgarien kann schon mit einer unglaublich reichhaltigen Musikgeschichte Aufwarten, die sich auf jeden Fall messen lässt mit unseren eigenen.
00:08:05: Christian Kostoff war der jüngste Teilnehmer des Jahres – er war erst siebzehn.
00:08:13: Übrigens!
00:08:14: Die jüngsten Teilnehmerin überhaupt war Sandra Kim aus Belgien.
00:08:19: Mit drei Zehn Jahren gewann sie den Songkontest in Norwegen.
00:08:36: Der ESC ist eines von wenigen Medienereignissen bei denen Millionen Menschen gleichzeitig dasselbe erleben Die selbe Show, die selben Songs – das selbe Herzklopfen bei der Punktevergabe.
00:08:49: In einer Welt von personalisierten Streams und Algorithmen ist der Contest eines der letzten Lagerfeuer Europas.
00:08:55: Wir verstehen vielleicht nicht alle dasselbe aber wir fühlen dasselb.
00:08:59: Der grüne Stadtrat Peter Krauss sieht darin eine Kraft, die weit über die Musik hinausgeht.
00:09:04: Ja ich finde United by Music eigentlich was schönes weil ich denke mir immer Musik eröffnet eine Möglichkeit nämlich dass man direkt ins Herz vor jemandem spricht, den man nicht kennt.
00:09:17: Und auf dieser Ebene zu sehen das wir Menschen uns alle viel ähnlicher sind als irgendwelche Unterschiede in Nationalität, in Sprache, in Hautfarbe und Geschlecht, in sexueller Rendierung was auch immer finde ich einfach schön weil ein trauriges Lied berührt uns alle egal welche Sprache wir sprechen und eine Superparty Nummer bringt uns alle zum Tanzen egal welche Nationalität wir haben.
00:09:47: Und jetzt eine Frage an dich.
00:09:50: Sollten Länder beim ESC wieder verpflichtet werden, in ihrer Landessprache zu singen um die Vielfalt zu retten?
00:09:57: Oder ist Englisch als Brücke wichtiger!
00:10:01: Wir lassen nun das Gewusel an den Marktständen hinter uns und steuern auf unser Finale zu – Das Café Savoy an der linken Wienzeile Ein Ort, an dem der ESC für viele ein Lebenseinstellung ist Denn jetzt geht es um die queeren Seiten des Eurovision Song Contests.
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