#6 Bonuspunkte – Der Hörspaziergang zum ESC | Café Savoy

Shownotes

Geh mit uns von der Wiener Staatsoper über den Heldenplatz und das Museumsquartier bis zum Café Savoy am Ende des Naschmarkts: In den nächsten rund 60 Minuten führen wir dich auf einem Streifzug durch die Wiener Innenstadt vorbei an unseren Hörstationen. Bei jeder Station erzählen dir aktuelle und ehemalige ESC-Teilnehmer:innen, Fans und Historiker persönliche Geschichten, Wissenswertes und Funfacts zum ESC. Jede Station ist einem speziellen Thema gewidmet wie den Fragen, wie sich Klassik und Pop verbinden lassen, oder, wie politisch der ESC eigentlich ist.

„Bonuspunkte – Der Hörspaziergang zum ESC“ ist ein Hörspaziergang der WZ, produziert von Inselmilieu Reportage.

Gesprächspartner:innen

  • Anna (ESC-Fan, 29, aus Eferding)
  • Dutzi Ijsenhower (ESC-Fan und Drag Queen)
  • Peter Kraus (Stadtrat, Parteivorsitzender der Grünen Wien, Sprecher für Klima, Baukultur und Queerpolitik)
  • Florian Wagner (Historiker vom Haus der Geschichte Österreich)  

Songs

  • Jean-Claude Pascal – Nous Les Amoureux
  • Dana International – Diva (English)
  • Marija Šerifović – Molitva
  • Conchita Wurst – Rise Like A Phoenix
  • Nemo - The Code (live)
  • JJ – Wasted Love
  • Cosmó – Tanzschein
  • Tunetank/Pixabay – Intro-Jingle

Weiterführende Links

Warum lieben die Girls und Gays den ESC so?

Credits

Produktion WZ: Madeleine Geosits, Petra Tempfer, Friedrich Boecker

Produktion Inselmilieu Reportage: Julia Breitkopf und Jana Mack

Redaktionelle Leitung: Madeleine Geosits

Interviews und Recherche: Madeleine Geosits, Petra Tempfer, Friedrich Boecker, Julia Breitkopf und Jana Mack

Moderation und Social Media: Sandra Vučić

Storytelling: Julia Breitkopf und Jana Mack – Inselmilieu Reportage

Brand Management: Lena Jansa

Grafik: Katharina Wieser

Technische Umsetzung: Georg Zeglovits, Fabian Obermann (F5)

Chefredaktion WZ: Katharina Schmidt, Sebastian Pumberger

Transkript anzeigen

00:00:02: Bonuspunkte, der Hörspaziergang zum ESC.

00:00:19: Du stehst jetzt vor dem legendären Café Savoy.

00:00:22: Wenn du magst, geh ruhig hinein und such dir einen Platz!

00:00:26: Die typischen Kaffeehäuser für die Wien bekannt ist spielen es im Jahr ein ganz besonderer Rollen beim ESC.

00:00:34: Der Green Room – also der Bereich in dem sich Künstlerinnen mit ihren Teams aufhalten ist im Stil eines klassischen Minerkafé-Hauses gestaltet.

00:00:44: Das Savoy ist nicht irgendein Café, es ist eine Institution!

00:00:57: In den Songs musste man also in Rätseln darüber sprechen, erzählt uns Historiker Florian Wagner.

00:01:28: Und es fiel damals aber niemanden auf.

00:01:30: Es war in der Medienberichterstattung überhaupt kein Thema, weil der Sänger Jean-Claude Pascal hat ein Lied vorgetragen, in dem es um eine Liebesgeschichte ging und er hat einfach die Geschlechtsidentität dieser Liebenden offen gelassen.

00:01:42: Jetzt mit dem Wissen das wir heute haben sehen wir okay da gibt's eine liebes Beziehung, die eigentlich mit total viel gesellschaftlicher Repressionen und Missachtung konfrontiert ist.

00:01:54: Heute wissen wir, dass queere Lebensweisen von der ersten Stunde an Teil des ESC waren – doch damals blieben sie unsichtbar!

00:02:03: Die Französin Dany Dübersor etwa, die am allerersten Songkontest, newtonsetzechsundfünfzig teilnahm, lebte in einer Beziehung mit einer Frau, war aber umgeoutet.

00:02:13: Viele Künstlerinnen sprachen erst viel später über ihre sexuelle Orientierung.

00:02:19: Fenster in einer anderen Welt da gewesen für Schwule, für Lesbische.

00:02:24: Für Menschen die einfach nicht an einem gewissen gesellschaftlichen Normen entsprechen.

00:02:29: Also es muss man sich vorstellen den Fernseher aufzutrehen und man sieht vielleicht Acts oder Künstlerinnen und Künstlern die jetzt vielleicht nicht von sich aus ganz oben schwul- oder lesbisch sind.

00:02:41: aber heutzutage wird man sagen ein bisschen Camp auftreten bis sie Queer aufteten europawerten Bühne machen können und dafür gefeiert werden, und dafür erfolgreich sein ist ja wahnsinnig starkes auch wenn es nur popkulturell ist.

00:02:59: Zeichen für Fortschritt, für Veränderung, für Freiheit.

00:03:02: Lange

00:03:02: Zeit war der ESC für die Queere Community eher eine ironische Schlagerpartie – nett ein bisschen drüber aber nicht wirklich relevant!

00:03:10: Bis zum Jahr Erinnert sich genau an diesen Moment.

00:03:18: Also ich glaube, in nineteenhundert achtundneunzig war das erste Mal dass sie den ESC wirklich so bewusst wahrgenommen habe.

00:03:25: Damals haben wir noch in Köln gelebt es gab ein Public Viewing in der Gaybahn die wir immer hingegangen sind und wir haben den ESZ ironisch geschaut.

00:03:33: Das waren die neunziger Jahre.

00:03:34: Wir haben alles ironisch gemacht Und der ESC war damals in unseren Augen halt eben So eine Fadeschlagerparade.

00:03:42: und dann war da plötzlich Dana International für Israel als erste Transperson mit die war, wo sie einfach Weiblichkeit und weibliches Selbstbewusstsein gezeigt und besungen hat.

00:04:09: Für Duzzi war das der Moment in dem Sie Begriff Der ESC ist nicht nur Berieselung sondern auch eine europaweite Ansage an alle, die queeres Leben lieber unsichtbar machen würden

00:04:20: Und da war für mich klar okay Es gibt da irgendwie auch die Möglichkeit zu sagen, hallo wir sind hier und wir haben ein Recht hier zu sein.

00:04:41: Im schwarzen Anzug und mit kurzen Haaren gewann im Jahr die serbische Sängerin Maria Šelifovic mit dem Lied Morlitva.

00:04:48: Ihr Sieg und ihr späteres Coming Out machten sie zu einer Ikone der lesbischen Community – besonders am Balkan!

00:05:04: Und das ausgerechnet mit einem Akt aus Österreich.

00:05:08: Conchita Wurst spaltet erst die Nation und vereint Dan Europa, für ESC Fernanna ein wichtiger Moment in ihrer Biografie.

00:05:15: Für mich war schon Conchitta ein riesiges Highlight weil es war das erste Mal dass sie eine Drag Queen gesehen haben.

00:05:24: auch ich war damals verwirrt, ich glaube ich war da mal siebzehn.

00:05:29: Ich habe mich einfach mit dem noch nie auseinandergesetzt.

00:05:32: Mir war damals schon bewusst, ich bin irgendwo am Queerspektrum aber einfach mit dieser ganzen Kultur und meiner eigenen Sexualität bin ich so per se noch nie in Berührung

00:05:43: kommen.".

00:05:52: Für Duzi beweist Konchita dass man auch ernst genommen werden kann ohne eine Schublade zu passen.

00:05:58: Das ist eine Sache die rechnet Conchita sehr hoch an sehr queer und sehr stark und sehr selbstbewusst sich selber dargestellt hat.

00:06:12: Und

00:06:13: viele Leute einfach dadurch überrascht haben, dass wenn man so verrückt aussehen kann wie diese Person wo man nicht weiß welches Geschlecht sie hat und es ihr trotzdem mit den Clown spielen

00:06:22: muss.".

00:06:23: Wenn Millionen Menschen für eine Künstlerin mit Bad applaudieren verändert das etwas auch außerhalb der Show.

00:06:30: Für Duzzi Eisenhower ist diese Normalisierung das größte Geschenk des Wettbewerbs.

00:06:36: Ich habe das Gefühl, wenn etwas beim ESC dieser sehr großen ganz weit ausgestrittenen Mainstream-Veranstaltung, wenn da etwas auf der Bühne gezeigt wird oder wenn da eine Künstlerin oder ein Künstler steht dann hat das seine Daseinsberechtigung.

00:06:53: Und ich glaube halt fest daran, dass wenn man einmal beim ESC eine Drag Queen mit Bart gesehen hat oder wie zum Beispiel in deiner International als erste Transfrau beim ESc.

00:07:05: Wenn man das einmal im Fernsehen so als positiv erlebt hat dann kann man auch so beim nächsten Mal, wenn man eine Drag queen mit Bart sieht und einer Transperson kann man da sehr viel leicht damit umgehen.

00:07:16: In den vergangenen Jahren wurden beim Songkontest auch Identitäten sichtbar die nicht den Geschlechtern denken.

00:07:39: Im Jahr darauf war er dann live dabei.

00:07:41: Die Stimmung und die Emotionen haben den Schweizer so mitgerissen, dass er nun seine Jahresplanung um den ESC herumbaut.

00:07:48: Natürlich war ich stolz über den Sieg... ...und das Basel-Gastgeberstadt war!

00:07:53: hat gezeigt, dass auch eine kleine Stadt plötzlich im europäischen Rampenlicht stehen kann.

00:07:58: Mein schönster ESC-Moment – das war ganz klar, dass live dabei sein in Basel letztes Jahr!

00:08:05: Als ich die Halle betreten habe und diese Bühne gesehen habe, die Lichter dieser Dimension, da muss sich erst einmal stehen bleiben.

00:08:14: Im Fernsehen wirkt das groß.

00:08:16: Live ist es noch mal etwas ganz anderes.

00:08:19: Am Ende sind es die Momente, die unser eigenes Leben verändern So wie bei Duzzi Eisenhower, für die ein eher erfolgloses Song aus Finnland zum Soundtrack ihres Lebens wurde.

00:08:29: Letztes Jahr habe ich von Zwanzig Fünfzehn Mary Me Baby gesungen von Finland Christa Seifrieds in eine Brautkleid und nachher hab' ich meinem damals noch Boyfriend jetzt meinen verlobten einen Heiratsantrag gemacht.

00:08:45: Deswegen hat dieses Lied was seine sehr unerfolgreiche und sehr trashy Nummer war hat auch einen großen Platz in meinem Herzen.

00:08:54: Ja, ich glaube schon dass der ESC die letzten Jahre so ein bisschen Familien treffen worden ist von queeren Communities in der ganzen Welt.

00:09:05: Ich finde es auch recht schön das das so geowned wird also dass man dort eine Regenbogen fahren sieht und da auch Platz ist sozusagen für Community Und das ist aber gleichzeitig den Kern nicht verloren hatten nämlich Musik und Verbindung und um Offenheit geht, das finde ich sehr schön.

00:09:23: Genauso wie für Peter Kraus ist der ESC für viele zu einem queeren Fixpunkt geworden.

00:09:39: Wir sind jetzt am Ende unseres Potwalks angekommen Und wir haben gesehen Der ESC ist viel mehr als nur bunter Musikwettbewerb.

00:09:49: Er ist ein Spiegel unserer Gesellschaft Ob in Landesprache oder auf Englisch ob im Anzug oder im Kleid.

00:09:56: Am Ende geht es um Momente die uns Gänsehaut bescheren Und um eine Gemeinschaft die zeigt dass Europa am besten klingt, wenn alle Stimmen Platz haben.

00:10:09: Ich hoffe du nimmst dir etwas von diesem ESC-Spirit mit in deinen Alltag!

00:10:14: Vielleicht zumst du noch ein Lied während du dein Weg durch Wien fortsetzt?

00:10:18: Wenn dir der Pod-Walk gefallen hat sag es weiter Thailandofsocialmedia oder schreibe uns unter feedbackadvinazeitung.t.

00:10:26: Danke das du dabei warst und wie man beim ESC so schön sagt Good Evening Europe.

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